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Das Tugend-ersprießliche Unglück


Der blaue Himmel gibt nicht fruchtbar-sanfften

Regen.

Es treuffet keinen Thau der strahlende Mittag.

Der schöne Demant auch zu nehren nicht vermag.

man muß / will man zum Port / das Wasser ja

bewegen.

Die Traid-bekleidten Berg / nit Gold und Silber

hegen.

So kan die Tugend auch nit blühen sonder Plag.

in gutem Glück sie grob ohn′ allen Glanz da lag /

in Müh und Arbeit wolt der Höchst den Segen legen.

im sauren Meer / und nicht im süssen wachs

Palast /

die theuren Perlein seyn. Also / in vollen Freuden

wird keine Himmels Zier / kein Tugend / nicht

gefasst:

Ihr Balsam-Geist riecht nur im Schmerz-geritzten

Leiden.

Die Sonn müst / solt ein Land sie stets bescheinen /

stehn.

wann keine Nohtnacht wär / würd kein Lust-Sonn

aufgehn.



(* 07.09.1633, † 10.04.1694)




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