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Auf meinen bestürmeten Lebens-Lauff


Wie sehr der Wirbelstrom so vieler Angst und plagen

mich drähet um und um / so bistu doch mein Hort

mein mittel punct / in dem mein Zirkel fort und fort

mein Geist halb hafften bleibt vom sturm unausgeschlagen.

 

Mein Zünglein stehet stät / von Wellen fort getragen

auf meinen Stern gericht. Mein Herz und Aug′ ist dort

es wartet schon auf mich am Ruhe-vollen Port:

dieweil muß ich mich keck in weh und See hinwagen.

 

Offt will der Muht / der Mast / zu tausend trümmern springen.

Bald thun die Ruder-Knecht / die sinnen / keinen Zug.

Bald kan ich keinen Wind in glaubens-Segel bringen.

 

Jetz hab ich / meine Uhr zu richten / keinen fug.

Dann wollen mich die Wind auf andre zufahrt dringen,

bring′ an den Hafen mich / mein GOtt / es ist genug!



(* 07.09.1633, † 10.04.1694)




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