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Auf die ruhige Nacht-Zeit


Sternen-bunter Himmels Thron

und du Mond der Nächte Kron!

leuchtet / weil den Sonnen-Strahl

uns benimmt der Erden Ball.

 

Stillheit / der Gedanken Grab!

stelle Sorg′ und Grämen ab.

Stille / stille / still′ in mir

alle Herzbewegungs-Gier!

 

Nun die Musik in der Lufft

schläfft in holer Bäume Klufft

ruht und kommet mir nit für

in der GOtt-Erhebungs Gier.

 

Süsser GOttes-Gnaden-Safft

der auch schlaffend Glück verschafft!

fliesse mir in Träumen ein

meiner Wolfahrt Schein und Seyn!

 

Schatten / Freund der Ruhigkeit!

Nacht / du Müh′-Ergetzungs-Zeit!

ihr solt nie so dunkel seyn

daß ihr blendt der Ehren-Schein.

 

Und du meiner Ruhe Ruh

Herzen-Herrscher / komm herzu

sey du selbst mein schlaff-Gemach:

gib / daß ich dir schlaffend wach.

 

Meine Augen / schliesset euch

seit an Ruh-Gebährung reich!

aber du / mein Geist / betracht

lobe GOtt um Mitternacht!



(* 07.09.1633, † 10.04.1694)




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