Erleuterung der Angst / des Herzens Ringerung

der schmerzen Wolkenbruch / der Trauer-Augen Regen

ihr Thränen! die ihr seyd / wann sich die Winde legen

die Seufzer / da das Herz vor Aengsten schier zersprung!

 

Ihr seyd recht zwischen Furcht und Trost die dämmerung.

Mit sorgen seet man euch auf diesen Unglücks wegen:

doch bringt ihr manches mal deß reichen Glückes Segen

aus ursach / weil eur Fluß die Himmels Fäst durchdrung.

 

Deß Himmel-Regens Zweck / ist fruchtbarkeit der Erden

da dann der früchte Frucht GOtt wider geben werden

Lob′ / Ehre / Preiß und dank / mit worten und gebärden.

 

Die Thränen / dienen auch / zu wahrer Tugend Zucht

erweichen Gottes Herz und bringen freuden Frucht.

Durch sie / nimt aus dem Sinn die kummernus die Flucht.


Das Gedicht "Auch über die Thränen" stammt von   (1633 - 1694).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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