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April


Und wenn du jetzt aufwachst morgens ...

ganz leis und fein

spielt um die Dächer

der Sonnenschein,

und du bist nicht mehr müde,

wie sonst, und verzagt:

was soll nun wieder

voll Mühsal und Plag

der ganze lange endlose Tag!?

 

Froh und munter

geht′s ihm entgegen,

und alles ist so wunderbar

frisch und stark und hell und klar,

das ganze Leben so frei, so leicht,

daß du dich selber drüber wunderst:

von was für töricht dummen Dingen

du das Herz dir ließest zwingen

und kaum begreifst:

mit welch erbärmlichen Kleinigkeiten

die Menschen sich das Leben verleiden ...

 

Kleinigkeiten, ob denen es kaum

der Mühe wert, ein Wort zu verlieren,

geschweige denn tage- und wochenlang

zu quälen sich und zu schikanieren ...

und vollends jetzt, da′s Frühling wird

und, wenn du aufwachst morgens,

ganz leis und fein

um die Dächer spielt

der Sonnenschein

und alles rings so wunderbar

frisch und stark und hell und klar ...

wozu sich da grämen und betrüben!

nein, weg mit all den Schererei′n!

es lohnt sich da wahrlich nur: zu lieben!

es lohnt sich da wahrlich nur: froh zu sein!



(* 12.05.1864, † 16.10.1920)




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