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Ich bleibe


Durch die Nacht mit dumpfem Rauschen

Treibt vorbei des Stromes Wut;

Und mit träumerischem Lauschen

Starr ich auf die dunkle Flut.

Schattenhafte Kähne wallen

Mir vorbei, in Nacht hinein;

Liebe Stimmen, sie verhallen,

Und die Strömung tönt allein.

 

Ödes Schweigen, banges Dunkel!

Schmerzlich irrt mein Blick empor.

Da erblüht mit Trostgefunkel

Ein Gestirn dem Wolkenflor.

"Sieh, ich bleibe!" winkt sein Auge -

Und die bange Seele zieht

Auf zu diesem treuen Auge,

Wie ein Kind zur Mutter flieht.

 

Wenn dereinst des Todes Grauen

Dieses Herz umspült und bricht,

Lass noch einmal dich erschauen

Über Wassern, süßes Licht!

Bis den letzten Liebesfunken,

Der aus meinem Auge scheint,

Deine Blicke aufgetrunken

Und dem Sternenglanz vereint.



(* 06.02.1860, † 31.08.1928)




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