Nach oben

Vorbei


Ich hoffte einst auf schöne Tage

Und lauschte mit erschloss′ner Brust

Der mährchenhaften Wundersage

Von ewig heitrer Liebeslust.

In jugendfrohem Uebermuthe

Glaubt′ ich von jedem Glück und Gute,

Daß es mir zugewiesen sei –

Es ist vorbei!

 

Und als der fromme Wahn entschwunden,

Da fleht′ ich, stolz auf meine Qual:

Bleibt ewig offen, meine Wunden,

Als unvergänglich Liebesmahl.

Und mußten Freud und Glück verwehen,

So soll mein heil′ger Schmerz bestehen,

Daß Eines doch unsterblich sei – –

Es ist vorbei!



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!