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Den Zukunftschwärmern


Ein neues Leben, meint ihr, wird beginnen,

Wenn vor dem Licht, das eifrig ihr entfachtet,

Der Wahn, von dem die Welt jetzt noch umnachtet,

Wie Nebel vor der Sonne wird zerrinnen?

 

»Weht einst der Freiheit Banner von den Zinnen,

»Wird Jeder einst dem Andern gleich geachtet,

»Dann flieht der Schmerz, in dem die Menschheit schmachtet,

»Flieht alle Qual und alle Noth von hinnen.«

 

Vermeßt euch nicht zu viel! Ob, muthgeschwellt,

Im Kampfe wider Pfaffen und Tyrannen,

Ihr einst die letzte ihrer Burgen fällt:

 

Der Schmerz, er flieht darum doch nicht von dannen,

Es wäre denn ihr könntet aus der Welt

Der Leidenschaft Dämonen auch verbannen.



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




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