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Das Entscheidende


Wenn ein Gedanke dich durchhellt,

Bei dem du zweifelnd dich mußt fragen,

Ob, ausgesprochen, er der Welt

Verderben oder Heil wird tragen:

 

Dann lass′ die mögliche Gefahr

Ihm nimmermehr sein Recht bestreiten!

Nur Eines prüfe: Ob er wahr?

Nur dieß, nichts And′res darf dich leiten.

 

Erträgt er deines Geist′s Gericht,

Frei lass′ sodann sein Banner wehen!

Der Rest ist deines Amtes nicht,

Nicht du hast dafür einzustehen.

 

Und tauchte er auf seinem Gang

Die Welt in Blut auch und in Flammen:

Wenn schließlich er den Sieg errang,

Wird doch nur Segen ihm entstammen.

 

Denn sieh! ein Zauber, tief und still,

Ist mit der Wahrheit stets verbunden,

Und, gleich dem Speere des Achill,

Heilt sie auch, die sie schlug, die Wunden.

 

Nicht sie, die, ewig treu und rein,

Zusammenhält der Welt Gefüge,

Gefährlich ist der Wahn allein,

Verderben bringt allein die Lüge.



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




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