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An Ivan Turgenieff


In Ehrfurcht lass′ mich diesen Gruß dir senden,

Du großer Meister, dem die Macht gegeben,

Den wirr verschlung′nen Knoten, Menschenleben,

Zu lösen mit den sichern, weisen Händen!

 

Des Zufalls Mißgunst nicht, noch seine Spenden,

Nein! nur der angebor′nen Kräfte Weben,

Des eignen Willens unbezwinglich Streben,

Sind unser Schicksal! Keiner kann es wenden.

 

Das ist der Bann, von dem wir festgehalten,

Die Haft, der nun und nimmer wir entrinnen,

Was wir versuchen mögen und beginnen!

 

Du aber bist der Dolmetsch der Gewalten,

Die in dem dunkeln Menschenherzen schalten,

Und, parzengleich, den Schicksalsfaden spinnen!



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




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