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An Heinrich Anschütz


zu seinem achtzigsten Geburtstage, 1865.

 

Des innern Frühlings zaubervolle Blüthe,

Der Frost des Alters macht sie nicht erbleichen!

Deß bist du selbst ein hochbegnadigt Zeichen,

Du Greis an Jahren, Jüngling im Gemüthe!

 

Als die Natur dich schuf, in ihrer Güte

Ausstattend dich mit Gaben sonder Gleichen,

Da mochte bange Sorge sie beschleichen,

Wie sie ihr herrliches Gebild behüte.

 

Und also sprach sie, zu der Zeit gekehrt:

Nicht rühre an dieß Haupt mit deinen Schwingen,

Laß mir mein edles Kunstwerk unversehrt!

 

Wie hier der Gaben Fülle zu durchdringen,

Daß eine stets der andern Glanz vermehrt,

Es wird mir nicht zum zweitenmal gelingen.



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




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