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An einem Sarge


Unsel′ger du! der Dichter sich genannt,

Ohn′ daß die heil′ge Flamme ihn durchdrungen!

Für einen Traum, der trugvoll dich bezwungen

Hast du dich von der Wirklichkeit gewandt!

 

Das Irrlicht, dem du hoffend nachgerannt,

Zum Abgrund führte es, der dich verschlungen!

Umsonst hast du gelebt, umsonst gesungen!

Vom Loos des Dichters nur den Schmerz gekannt.

 

Sieh! jenen Kranz nach dem du Jahr′ um Jahre

So heiß gekämpft auf dornenvoller Bahn,

Das Mitleid legt ihn jetzt auf deine Bahre!

 

Fern sei′s von mir, daß ich die Spende rüge!

Doch, wie dein Streben nur ein eitler Wahn,

So folgt dir nun in′s Grab auch eine Lüge.



(* 30.12.1814, † 05.07.1894)




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