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Auff ihre hände


So offt ich euch beschau/ ihr angenehmen hände/

So offtmahls fühl ich auch im hertzen neue brände/

Und saug/ ich weiß nicht was für süsse funcken ein.

Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffen-beine/

Die finger gleichen schnee und reinem marmel-steine/

Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn.

Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden/

Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden;

Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht.

Ihr habet recht gethan/ ich will es also haben/

Eur schnee/ der mich entzündt/ kan mich auch wieder laben/

Und giebt mir, sterb ich schon/ auch noch im tode licht.

Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen;

Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen/

Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht/

Und Phillis einen mund/ den Venus selbst gepriesen/

So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen/

Daß keine Sylvien an ihren händen gleicht.



(* 27.03.1665, † 15.08.1729)




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