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An Sylvien, über ihrer Veränderung...


Weinet ihr betrübten augen!

Weil der mund nicht reden kan.

Sylvia speyt voller wahn /

Da ich ihr doch nichts gethan.

Weinet ihr betrübten augen!

 

Weinet ihr betrübten augen!

Schmerz und leiden ist zu groß;

Denn der himmel / dessen schooß

Neulich mir mit zucker floß /

Läßt nun alle donner loß.

Weinet ihr betrübten augen!

 

Weinet ihr betrübten augen!

Und verhüllet euer licht;

Krieg und unruh wird geschlicht /

Marmel / stahl und eisen bricht /

Aber meine schmerzen nicht.

Weinet ihr betrübten augen!

 

Weinet ihr betrübten augen!

Weinet aber nichts / als blut /

Und bewegt den harten muth;

Denn was meine göttin thut /

Macht kein schlechtes wasser gut.

Weinet ihr betrübten augen!



(* 27.03.1665, † 15.08.1729)




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