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An Sylvien, ihren namens-tag


Dein edler namens-tag zeigt heute seinen schein;

Mir aber meine pflicht/ dich würdig anzubinden;

Allein wo soll ich was bey meiner armuth finden/

Weil federn und papier für dich zu wenig seyn?

Mein wollen ist zwar groß/ doch mein vermögen klein/

Drum laß mich/ was ich kan/ dir zum geschencke winden:

Denn wer die liebe will auff gold und reimen gründen/

Schleust nur viel prahlerey und wenig freundschafft ein.

Ich biete dir mein hertz zum opffer selber an/

Mein hertze/ das dich zwar nicht/ schönste/ binden kan;

Weil du es schon vorlängst mit ketten angebunden/

Legst du es aber nur zu deinen füssen hin/

So glaube/ daß ich auch in ketten lustig bin;

Weil es nach so viel angst doch einen ruh-platz funden.



(* 27.03.1665, † 15.08.1729)




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