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St. Helena


Es geht durch alle Länder

Die Kunde auf und ab,

Sie wollen den Kaiser holen

Aus seinem Heldengrab.

Sie wollen ihn begraben

Dort an der Seine Strand,

Inmitten der Franzosen,

Die seinen Stamm verbannt.

Die Kunde dringet endlich

Bis nach St. Helena -

Der große Kaiser hört sie

In seinem Grabe da.

Er schlägt die glühn′den Augen

Noch einmal wieder auf,

Er steigt in nächt′ger Stunde

Aus seiner Gruft herauf.

Auf öder Felsenhöhe

Verweilt der mächt′ge Held,

Und überschaut im Geiste

Noch einmal seine Welt.

»Ich habe die Krone getragen.

Die goldene Kaiserkron′,

Ich blickte auf Millionen

Hinab vom höchsten Thron.

Von Königen war gebildet

Der Hof, der mich umgab,

Ich hab′ über zahllose Heere

Geschwungen den Feldherrnstab.

Sie hatten es geschworen

Im hellen Sonnenlicht,

Die Garde kann wohl sterben,

Doch sie ergiebt sich nicht.

Sie haben mich verlassen

In meiner höchsten Noth,

Sie sind ihn nicht gestorben

Den schönen Schlachtentod.

Nun wollen sie mich führen

Inmitten ihrer Welt,

Sie, die mich ausgestoßen,

Die mir kein Band mehr hält.

In dumpfen Mausoleen

Da weht nicht meine Luft,

Was denkt ihr mich zu schließen

In enger Mauern Gruft?

Des großen Weltmeers Wogen

Umfluthen jetzt mein Grab,

Sie brausen mir und rauschen

Mein Schlummerlied hinab.

Ich ruh′, ein müder Krieger,

Nun unterm Sternenzelt,

Allein, wie ich gestanden,

Als mir zu klein die Welt.

Mein Geist umschweift die Stätten,

Wo ich die Schlachten schlug,

Hier weilt er auf dem Felsen,

Wo ich das Schwerste trug.

Die Asche mögt ihr hüten,

Der Geist ist euch nicht nah,

Und wer mich nennt, gedenken

Wird er St. Helena.



(* 26.11.1815, † 18.07.1892)




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