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In den duftenden Frühling will ich hinaus


In den duftenden Frühling will ich hinaus,

Hinweg aus dem kalten, beengenden Haus

In die freie verlockende Weite;

Was soll mir der Bücher verdrießlicher Kram,

Die ich immer und immer vergeblicher nahm,

Ich werfe sie freudig zur Seite.

Denn find′ ich nicht draußen der Blätter genug?

Da schimmert geheimnißvoll jeglicher Zug

Von des Ewigen eigenen Händen,

Das wieget die übrigen Lettern wohl auf,

So will ich denn auch in geflügeltem Lauf

Von dem Einen zum Andern mich wenden.

Da bin ich nun draußen und blicke umher,

Wie wird das Studiren schon wieder mir schwer,

Hier unter den blühenden Bäumen!

Sie senden schon Blüthe auf Blüthe mir zu,

So will ich hier rasten in seliger Ruh,

Und will nur genießen und träumen.



(* 26.11.1815, † 18.07.1892)




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