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Ich geh auf staub′ger Straße


Ich geh auf staub′ger Straße

Gelockt von Waldesgrün,

Da seh′ ich durch die Zweige

Die Abendsonne glühn.

Es öffnet sich zur Seite

Im duft′gen Wald ein Pfad,

So grün, als ob ihn nimmer

Des Menschen Fuß betrat.

Da flüstern grüne Halme

Im Windeshauche lind,

Da winken blaue Glocken,

Die blühn, wo Schätze sind.

Wie hat der stille Anblick

So seltsam mich gerührt -

Ob das der Pfad wohl wäre,

Der hin zum Glücke führt? -

Da kommt desselben Weges

Ein müder Wandrer her -

Im Auge glüht die Sehnsucht,

Der Gang ist matt und schwer.

Sein Blick strebt in die Ferne

Er schauet nicht zurück -

So suchen wir denn Beide

Vergebens wohl das Glück.



(* 26.11.1815, † 18.07.1892)




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