Zwei Reime heiß′ ich viermal kehren wieder,

Und stelle sie, getheilt, in gleiche Reihen,

Daß hier und dort zwei eingefaßt von zweien

Im Doppelchore schweben auf und nieder.

 

Dann schlingt des Gleichlauts Kette durch zwei Glieder

Sich freier wechselnd, jegliches von dreien.

In solcher Ordnung, solcher Zahl gedeihen

Die zartesten und stolzesten der Lieder.

 

Den werd′ ich nie mit meinen Zeilen kränzen,

Dem eitle Spielerei mein Wesen dünket,

Und Eigensinn die künstlichen Gesetze.

 

Doch, wem in mir geheimer Zauber winket,

Dem leih′ ich Hoheit, Füll′ in engen Gränzen.

Und reines Ebenmaß der Gegensätze.


Das Gedicht "Das Sonett" stammt von   (1767 - 1845).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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