Süßer Sänger, willst du mir vertrauen,
Wo sie wohnt, die dein Gesang erhebt?
Wo sie wandelt, wo ihr Odem webt,
Muß Gedeihn und Lust die Flur bethauen.
Wie? du winkst mir, da hinauf zu schauen,
Wo der Feiertanz der Sterne schwebt?
Die im Liede lieblich blüht und lebt,
Weilt sie schon auf Paradieses-Auen?
Sänger, deine Müh wird doch belohnt.
Einsam klagst du nicht am Grabeshügel,
Jedem Laute gabst du Seraphsflügel.
Wo bei Laura deine Molly wohnt,
Hören beide, zart, wie Tauben girren,
Durch die Amaranthenlaub′ ihn irren.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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