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An Cäsar Augustus


Feldschlachten wollt′ ich singen und Städtesieg,

Da rauschte Phöbus′ Leier die Warnung mir,

Aufs hohe Meer mich nicht mit schwachem

Segel zu wagen. Es bracht′, o Cäsar,

 

Dein Alter goldnen Segen der Heimatflur

Und gab die Adler unserem Jupiter

Zurück, den Siegstrophä′n der stolzen

Parther entrissen. Und kriegsentlastet

 

Den Janustempel schloß es und zügelte

Die jeder Schranke spottende Leidenschaft

Und, schonungslos des Lasters Wurzel

Tilgend, erweckt′ es die Zucht der Väter,

 

Durch die der Name Roms und Italiens

Ruhmvolle Macht zum herrlichen Reich erwuchs,

Das stolz vom Bett der Abendröte

Heute sich dehnt bis zum fernsten Aufgang.

 

Nun Cäsar wacht, mag keine Gewalt uns mehr,

Kein Bürgersturm aufschrecken aus holder Ruh′,

Kein blinder Haß, der, Schwerter schmiedend,

Blutigen Zwist in den Städten aufregt.

 

Nicht dürfen, die tiefrauschend der Ister tränkt,

Nicht Geten mehr noch Syrer den Julischen

Gesetzen trotzen, nicht die falschen

Perser und Tanais′ wilde Söhne.

 

Doch wir, am Werktag opfernd, am Feiertag,

Wir wollen Libers köstlicher Gabe froh

Inmitten unsrer Fraun und Kinder,

Wenn wir den Göttern gesprengt in Andacht,

 

Im Festgesang zu lydischem Flötenschall

Siegreicher Feldherrn denken nach Väterbrauch

Und Troja preisen und Anchises

Und der Ernährerin Venus Enkel.



(* unbek., † unbek.)




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