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Der Esel und das Pferd


Ein Esel,

der nach der größten Anstrengung nicht einmal

Streu genug erhielt, um seinen Hunger zu stillen,

und unter seiner schweren Bürde kaum noch fortkriechen konnte,

hielt ein schönes, prächtig geschmücktes Pferd für glücklich,

weil es so gut und im Überfluß gefüttert würde.

Ach, wie sehr wünschte er mit diesem Tiere tauschen zu können.

 

Allein nach einigen Monaten erblickte er

dasselbe Pferd lahm und abgezehrt an einem Karren.

"Ist dies Zauberei?" fragte er. "Beinahe",

antwortete traurig das Pferd; "eine Kugel traf mich,

mein Herr stürzte mit mir und verkaufte mich zum Dank

um ein Spottgeld; lahm und kraftlos, wie ich jetzt bin,

wirst du gewiß nicht mehr mich beneiden

und mit mir tauschen wollen."

 

Wie oft das größte Glück

Zerstört ein Augenblick!



(* unbek., † unbek.)




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