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Fliegt, durch die zitternden Reben...


Fliegt, durch die zitternden Reben

Ins Stübchen, ihr Töne, fliegt,

Wo hinter den Gitterstäben

Die Kleine schlummernd liegt!

 

Schon beim Klange der Saiten

Regt sich die Schläferin;

Liebliche Träume gleiten

Fühlt sie durch Seele und Sinn!

 

Web′ aus tönenden Maschen,

Webe ein Netz, mein Lied,

Im Schlummer ihr Herz zu haschen,

Das wachend scheu vor mir flieht.

 

Länger mit Lachen und Necken

Höhnen mich soll es nicht mehr;

Wo es sich mag verstecken,

Fang′ es und bring′ mir her.

 

Nicht zürnen wird sie dem Diebe,

Der es geraubt über Nacht,

Wenn aus Träumen der Liebe

Beim Morgenroth sie erwacht.



(* 02.08.1815, † 14.04.1894)




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