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An meinem Geburtstage


(Dreißig Jahre später.)

 

Und so folgt das Jahr dem Jahre,

Und mit schwarzem Flor behängt

Steht gerüstet schon die Bahre,

Die im letzten mich empfängt.

 

Tiefer in des Lebens Blüte

Nagt sich täglich ein der Wurm,

Und die Glut, die in mir glühte,

Stirbt erlöschend hin im Sturm.

 

Hin mit jedem Tage schwindet

Etwas, das mir teuer war,

Und der Augen Stern erblindet,

Und zu Grau erbleicht mein Haar.

 

Mag das Eis der Bäche tauen

Und ihr Nest an meinem Dach

Wiederum die Schwalbe bauen,

Nie mein Herz mehr singt sie wach.

 

Durch des Frühlings Glanz und Prangen

Fühl′ ich nur den Grabduft wehn

Derer, die dahingegangen,

Und gleich ihnen muß ich gehn!



(* 02.08.1815, † 14.04.1894)




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