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An die Prinzessin E.


Du lächelst hold beim Morgengruße,

Als ob kein Gram auf Erden sei;

Hold lächelnd schwebst mit leichtem Fuße

Du abends mir im Tanz vorbei.

 

Und doch - die Schwermut ahnen alle,

Die hin durch deine Seele schleicht;

Denn früh den Schwamm voll bittrer Galle

Hat dir die arge Welt gereicht.

 

An Herzen, die verzweifelnd brachen,

Lag deines, bis zum Tod betrübt;

So viel die Menschen dir versprachen

Trug haben sie an dir verübt.

 

So laß die falsche Maske sinken

Und nimm den Festkranz aus dem Haar;

Mag sich das laute Leben schminken,

Die Einsamkeit ist ewig wahr.

 

Gleich gilt vor ihr des Armen Kammer,

Das prachtgeschmückte Fürstenhaus. -

Geh denn und weine deinen Jammer

Im dunklen Stübchen einsam aus.



(* 02.08.1815, † 14.04.1894)




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