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Am Fuß der Alpen


Neu klimmt der Frühling auf die Höhn,

Die Gletscher auf den Firnen krachen,

Und die Lawine läßt der Föhn

Zu ihrer Sommerlust erwachen;

Der Donner ihres Sturzes hallt

Durch Thal und Schluchten hin von Spalt zu Spalt.

 

Vom Wipfel wirft der Fichtenbaum

Die Eisesdecke, die geborsten;

Froh fliegen nach dem Wintertraum

Die Adler auf von ihren Horsten,

Und mit dem Gießbach thalwärts wälzt

Der Schnee sich, den die Frühlingssonne schmelzt.

 

Wohl sonst zu euch ins reinre Blau,

Ihr Alpen, an den Felsensteilen

Klomm ich empor, in Almentau

Des Lebens Wunden auszuheilen,

Doch der ich war, bin ich nicht mehr;

Was ruft ihr mich und macht das Herz mir schwer?



(* 02.08.1815, † 14.04.1894)




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