Nach oben

Allein mit der Natur


O zu stromzerrißnen Thälern

Führt mich, wo das Leben schweigt,

Und die Felswand blau und stählern

Unerklimmbar aufwärts steigt;

Wo der Strauch der wilden Rose,

Von der Bäche Schaum besprengt,

Zitternd in die bodenlose

Abgrundtiefe niederhängt!

 

Wenn in Klüften, tief geborsten,

Dort der Sturm das Echo weckt

Und aus ihren Felsenhorsten

Die verstörten Adler schreckt,

Grüßt mit tausendstimm′gen Chören

Mich im Wogenschlag der Seen,

In dem Rauschen durch die Föhren

Des Naturgeists ew′ges Wehn.

 

Mächtiger! In deinen Schauern

Fühl′ ich mit gehobner Brust

Nicht der Erde kleines Trauern

Mehr, noch ihre kleinre Lust;

Fühle nur, wie deine Schwinge

Aufwärts meine Seele trägt

Und das große Herz der Dinge

Mächtig an das meine schlägt.



(* 02.08.1815, † 14.04.1894)




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