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An die Nacht


O stille Freundin Du! O wortlos ernste Nacht!

Nimm meinen lauten Schmerz in Deine Mutterarme!

Verhüll′ mein müdes Haupt in Deiner Schleier Pracht,

Daß dieses starre Herz in Thränenthau erwarme.

Zeig′ mir Ihn fern im Traum, erwecke heiß′res Sehnen -

Die harte Wirklichkeit nahm mir den Trost der Thränen.

 

Des Tages Forderung und seiner Fragen Qual,

Sie bleiben, fern gebannt, in weitem Kreise stehen -

Und frei von fremdem Zwang erhebt zum erstenmal

Die Seele sich empor, will weithin rückwärts sehen

Dorthin - wo sie geglaubt, dem Tod sich hinzugeben,

Und ach! so tief geirrt! sie gab sich hin - dem Leben!



(* 12.07.1797, † 25.08.1849)




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