Der Rabe fliegt zum Raben dort,

Der Rabe krächzt zu dem Raben das Wort:

Rabe, mein Rabe, wo finden wir

Heut unser Mahl? wer sorgte dafür?

 

Der Rabe dem Raben die Antwort schreit:

Ich weiß ein Mahl für uns bereit;

Unterm Unglücksbaum auf dem freien Feld

Liegt erschlagen ein guter Held.

 

Durch wen? weshalb? - Das weiß allein,

Der sah′s mit an, der Falke sein,

Und seine schwarze Stute zumal,

Auch seine Hausfrau, sein junges Gemahl.

 

Der Falke flog hinaus in den Wald;

Auf die Stute schwang der Feind sich bald;

Die Hausfrau harrt, die in Lust erbebt,

Deß nicht, der starb, nein, deß, der lebt.


Das Gedicht "Die zwei Raben" stammt von (* 1781-01-30, † 1838-08-21).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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