Geschmückt mit blauem Sternenschleyer

Zieht bräutlich nun die Nacht heran:

Und schmachtend folgt schon ihr Getreuer,

Der Mond, auf wolkenloser Bahn.

 

Die Stille herrscht; nur Philomele

Singt noch ihr zärtlich schmelzend Ach!

Und flöttet auch in meiner Seele

Entschlummerte Gefühle wach.

 

Das Echo hörts, und hallt die Lieder

Der zärtlich treuen Sängerinn

Am Grabeshügel traurig wieder,

Wo ich verwais't – verlassen bin.

 

Ich seh' mit grambenetzten Blicken

Zum heitern, lieben Mond hinauf:

Wann wird auch mich die Nacht beglücken?

Wann endet meiner Prüfung Lauf?

 

Wann werd' ich dort bey hellen Sternen,

Wo längst schon mein Erwählter wohnt,

Die Regungen vergessen lernen,

Die hier kein Sterblicher belohnt?

 

Wann wird die Segensmacht erscheinen,

Die uns auf Ewig dort vereint,

Wo Engel Freudenthränen weinen,

Wenn ein getreues Weib erscheint?


Das Gedicht "Die Braut am Grabe des Geliebten" stammt von   (1768 - 1839).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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