Als mich die Mama

Hänschen küssen sah,

Strafte sie mich ab.

Doch sie lachte ja,

Als ihr der Papa

Heut′ ein Mäulchen gab.

 

Warum lehrt sie mich:

Mädchen! mach′s wie ich?

Sieh, was andre sind.

Nun ich solches thu′,

Schmählt sie noch dazu:

Ach ich armes Kind!

 

Schwestern! sagt mir′s fein:

Ist mir, weil ich klein,

Noch kein Kuß vergönnt?

Seht! ich wachse schon,

Seit des Nachbars Sohn

Mich sein Schätzchen nennt.


Das Gedicht "Das Kind" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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