Ein zartes Reh, das gar zu sicher ruht,

Erhascht ein Hund, der keinen Dickigt scheute.

Er beißt es an, leckt das vergoss′ne Blut,

Und küßt zugleich die angenehme Beute.

Da seufzt das Wild: Welch′ Mitleid rühret dich?

Du kömmst als Feind, und raubest mir das Leben,

Und mir willst du doch solche Küsse geben,

Als wäre dir kein Freund so lieb, als ich?

Ich bitte sehr, hör′ auf mit deinen Bissen;

Wo nicht, verschone mich mit Küssen.


Das Gedicht "Das Reh und der Hund" stammt von (* 1708-04-23, † 1754-10-28).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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