Als sich aus Eigennutz Elisse

Dem muntern Coridon ergab,

Nahm sie für einen ihrer Küsse

Ihm anfangs dreißig Schafe ab.

 

Am andern Tag erschien die Stunde,

Daß er den Tausch viel besser traf.

Sein Mund gewann von ihrem Munde

Schon dreißig Küsse für ein Schaf.

 

Der dritte Tag war zu beneiden:

Da gab die milde Schäferin

Um einen neuen Kuß mit Freuden

Ihm alle Schafe wieder hin.

 

Allein am vierten ging′s betrübter,

Indem sie Herd und Hund verhieß

Für einen Kuß, den ihr Geliebter

Umsonst an Doris überließ.


Das Gedicht "Die Küsse" stammt von   (1708 - 1754).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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