Du reizend Ungeheuer,

Neig' her den schönen Leib!

Reich' mir den Kelch voll Feuer

Du wunderbares Weib!

 

Willst du mich küssen, drücken,

Werd' ich mich nicht entziehn,

Spür' ich in meinem Rücken

Den Dolch auch immerhin.

 

Wie salzlos war' die Liebe,

Wie matt ihr Himmelsgold

Wenn sie aus Einem Triebe

Allein bestehen sollt'!

 

Da ist man erst gerühret,

Das ist der rechte Spaß,

Wenn Haß die Liebe schüret

Und Liebe schürt den Haß.

 

In unsrem Liebesorden

Mag man das Schlichte nicht,

Da möchte man sich morden,

Wenn man sich heiß umflicht.

 

Sag', welches Erdgeists Laune

Hat dich so stolz gebaut?

Mir graut, indem ich staune,

Ich staune, wie mir graut.

 

Sag', welcher wilde Dichter

Hat dich, o Weib, erdacht?

In dir die Himmelslichter

Gemischt mit Hadesnacht?

 

Du winkst mir in den Wagen,

Er ist schon eingespannt,

Zwei Rappen uns wohl tragen

Du weißt, in welches Land.

 

Da bin ich schon zur Stelle,

Die Geißel schwinge frei!

Nun im Galopp zur Hölle!

Hurrah, ich bin dabei!


Das Gedicht "Zur Hölle" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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