Jetzt schnaube nur, Dampf, und brause!

Jetzt rolle nur, Rad, und sause!

Es geht nach Hause, nach Hause!

 

Du kannst nicht jagen, o Wagen,

Wie meine Pulse mir schlagen!

Zur Geliebten sollst du mich tragen.

 

Vorüber, ihr ragenden Stangen!

Verschwindet, ihr Meilen, ihr langen!

Wer ahnt mein Verlangen und Bangen!

 

Auf den Bänken wie sie sich dehnen!

Wie sie schwatzen und gaffen und gähnen!

Es ist nichts, wonach sie sich sehnen.

 

Dort raset der Sturm durch die Tannen.

Zum Dampfe noch möcht' ich ihn spannen,

Daß er rascher mich reiße von dannen!

 

Hinweg aus dem plappernden Schwarme,

O, hin an die Brust, an die warme,

In die offnen, die liebenden Arme!


Das Gedicht "Auf der Eisenbahn" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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