»Ist's nicht genug geruht? Ist's nicht genug geruht?

Auf! Auf! Auf, frisches Reiterblut!

Denkt euch, der Feind sei da!

Auf, auf! Ja! ja!«

 

So thut es, so klingt es,

So schmettert's, so singt es,

So stößt es und fährt durch den Nebelduft

Hinaus in die Morgenluft.

Trompetenruf, Trompetenstoß!

O, gieng' es los, o, gieng' es los!

Auf den Feind hinein

In gedrängten Reih'n!

Marsch! Marsch! und eingehauen!

Dürfte ich das noch schauen!

Nicht schauen allein!

Mitten unter den Braven sein,

Mitthun, zu Rosse sitzen,

Wenn die Thiere wiehern, die Klingen blitzen,

Und erjagen helfen im Schlachtenbrand

Ein Vaterland, ein Vaterland,

Ein Deutschland, das wir nicht haben,

Mit dem Säbel holen und graben,

Wenn ein heiliger Krieg uns endlich eint

Gegen den alten frechen Feind,

Den Räuber, der seiner Beute

Sich rühmet noch heute!

Und dann, ja dann,

Ganz Mann,

Dann im flammenden Kampfgewühl,

In des Lebens schwellendem Hochgefühl

Todeswund

Ausschütten die Seele auf blut'gen Grund,

Sterben als braver Soldat

In einer That,

Ja, das wär' etwas,

Das steht nicht so blaß!

Sterben als braver Reiter,

Das wär' gescheidter.


Das Gedicht "Reiter-Weckruf" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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