Am Himmel ist gar dunkle Nacht;

Die müden Augen zugemacht

Hat längst ein jedes Menschenkind;

Es wacht nur noch der rauhe Wind.

 

Der jaget sonder Rast und Ruh

Die Fensterläden auf und zu,

Die Wetterfahne hin und her,

Daß sie muß ächzen und stöhnen schwer.

 

Doch sieh! aus jenem Fenster bricht

In's Dunkel noch ein mattes Licht.

Wer ist's wohl, der in tiefer Nacht

Bei seiner Lampe einsam wacht?

 

Ich schleiche dicht an's Fensterlein,

Schau' durch die runde Scheib' hinein,

Und einen Jüngling zart und schön

Seh' ich an einem Bette stehn.

 

Und wie ich nach dem Bette schau',

Da schlummert eine kranke Frau.

Er bückt sich über's Bett hinein,

Es muß des Knaben Mutter sein.

 

Vom Bette läßt er nicht den Blick,

Er streicht das braune Haar zurück,

Sacht' hält er ihr das Ohr zum Mund,

Ob sie noch athme zu dieser Stund.


Das Gedicht "Die Nacht" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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