Gestern Abend, als mir so ungewohnt

Mein täglicher Imbiß schmeckte,

Geschah es, daß dieser Umstand mir

Ein eigen Gefühl erweckte.

 

Ich gedachte des mächtigen Appetits,

Den ich in der Jugend besessen,

Und freute mich, daß der Greis auch noch

So kräftig vermöge zu essen.

 

Thränen der Rührung fühlt' ich sogar

Aus dem Auge schleichen und wallen,

Da mußt' ich bemerken, daß eine davon

In den Löffel hineingefallen.

 

Das verschlug mir wieder den Appetit,

Den Löffel riß ich vom Munde

Und schleudert' ihn fort in's Stubeneck,

Die Brühe gab ich dem Hunde.

 

Doch lachend zog ich dann die Moral:

Ein andermal rühr' es dich minder!

Ein Greis, der werde nicht sentimental

Und esse frischweg wie die Kinder!

 

Den seligen Gellert glaubt' ich zu seh'n

Und sagen zu hören: ei, Töffel!

Siehst du, da ist dir Recht gescheh'n,

Drum heule nicht in den Löffel!


Das Gedicht "Imbiß" stammt von   (1807 - 1887).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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