Sagt, wo sind die Vortrefflichen hin, wo find′ ich die Sänger,

Die mit dem lebenden Wort horchende Völker entzückt,

Die vom Himmel den Gott, zum Himmel den Menschen gesungen,

Und getragen den Geist hoch auf den Flügeln des Lieds?

Ach, noch leben die Sänger; nur fehlen die Taten, die Lyra

Freudig zu wecken, es fehlt, ach! Ein empfangendes Ohr.

Glückliche Dichter der glücklichen Welt! Von Munde zu Munde

Flog, von Geschlecht zu Geschlecht euer empfundenes Wort.

Wie man die Götter empfängt, so begrüßte Jeder mit Andacht,

Was der Genius ihm, redend und bildend, erschuf.

An der Glut des Gesangs entflammten des Hörers Gefühle,

An des Hörers Gefühl nährte der Sänger die Glut.

Nährt′ und reinigte sie! Der Glückliche, dem in des Volkes

Stimme noch hell zurück tönte die Seele des Lieds,

Dem noch von außen erschien, im Leben, die himmlische Gottheit,

Die der Neuere kaum, kaum noch im Herzen vernimmt.


Das Gedicht "Die Sänger der Vorwelt" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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