Kinder der verjüngten Sonne,

Blumen der geschmückten Flur,

Euch erzog zu Lust und Wonne,

Ja, Euch liebte die Natur.

Schön das Kleid mit Licht gesticket,

Schön hat Flora Euch geschmücket

Mit der Farben Götterpracht.

Holde Frühlingskinder, klaget!

Seele hat sie Euch versaget,

Und ihr selber wohnt in Nacht.

 

Nachtigall und Lerche singen

Euch der Liebe selig Los,

Gaukelnde Sylphiden schwingen

Buhlend sich auf Eurem Schoß.

Wölbte Eures Kelches Krone

Nicht die Tochter der Dione

Schwellend zu der Liebe Pfühl?

Zarte Frühlingskinder, weinet!

Liebe hat sie euch verneinet,

Euch das selige Gefühl.

 

Aber hat aus Nanny′s Blicken

Mich der Mutter Spruch verbannt,

Wenn Euch meine Hände pflücken

Ihr zum zarten Liebespfand:

Leben, Sprache, Seelen, Herzen,

Stumme Boten süßer Schmerzen,

Goss Euch dies Berühren ein,

Und der mächtigste der Götter

Schließt in Eure stillen Blätter

Seine hohe Gottheit ein.


Das Gedicht "Die Blumen" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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