Das edle Bild der Menschheit zu verhöhnen,

Im tiefsten Staube wälzte dich der Spott;

Krieg führt der Witz auf ewig mit dem Schönen,

Er glaubt nicht an den Engel und den Gott;

Dem Herzen will er seine Schätze rauben,

Den Wahn bekriegt er und verletzt den Glauben.

 

Doch, wie du selbst, aus kindlichem Geschlechte,

Selbst eine fromme Schäferin, wie du,

Reicht ihr die Dichtkunst ihre Götterrechte,

Schwingt sich mit dir den ew′gen Sternen zu.

Mit einer Glorie hat sie dich umgeben,

Dich schuf das Herz, du wirst unsterblich leben.

 

Es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen,

Und das Erhabne in den Staub zu ziehn;

Doch fürchte nicht! Es gibt noch schöne Herzen,

Die für das Hohe, Herrliche entglühn.

Den lauten Markt mag Momus unterhalten;

En edler Sinn liebt edlere Gestalten.


Das Gedicht "Das Mädchen von Orleans" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte