Zieh, holde Braut, mit unserm Segen,

Zieh hin auf Hymens Blumenwegen!

Wir sahen mit entzücktem Blick

Der Seele Anmut sich entfalten,

Die jungen Reize sich gestalten

Und blühen für der Liebe Glück.

Dein schönes Los, du hast′s gefunden;

Es weicht die Freundschaft ohne Schmerz

Dem süßen Gott, der dich gebunden;

Er will, er hat dein ganzes Herz.

 

Zu teuren Pflichten, zarten Sorgen,

Dem jungen Busen noch verborgen,

Ruft dich des Kranzes ernste Zier.

Der Kindheit tändelnde Gefühle,

Der freien Jugend flücht′ge Spiele,

Sie bleiben fliehend hinter dir.

Und Hymens ernste Fessel bindet,

Wo Amor leicht und flatternd hüpft

Doch für ein Herz, das schön empfindet,

Ist sie aus Blumen nur geknüpft.

 

Und willst du das Geheimnis wissen,

Das immer grün und unzerrissen

Den hochzeitlichen Kranz bewahrt?

Es ist des Herzens reine Güte,

Der Anmut unverwelkte Blüte,

Die mit der holden Scham sich paart,

Die, gleich dem heitern Sonnenbilde,

In alle Herzen Wonne lacht,

Es ist der sanfte Blick der Milde

Und Würde, die sich selbst bewacht.


Das Gedicht "An Demoiselle Slevoigt" stammt von   (1759 - 1805).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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