O Wunder! Fliegt er noch?

Er steigt empor und seine Flügel ruhn!

Was hebt und trägt ihn doch?

Was ist ihm Ziel und Zug und Zügel nun?

 

Er flog zu höchst - nun hebt

Der Himmel selbst den siegreich Fliegenden:

Nun ruht er still und schwebt,

Den Sieg vergessend und den Siegenden.

 

Gleich Stern und Ewigkeit

Lebt er in Höhn jetzt, die das Leben flieht,

Mitleidig selbst dem Neid -:

Und hoch flog, wer ihn auch nur schweben sieht!

 

O Vogel Albatross!

Zur Höhe treibt′s mit ew′gem Triebe mich!

Ich dachte dein: da floss

Mir Thrän′ um Thräne - ja, ich liebe dich!


Das Gedicht "Vogel Albatross" stammt von (* 1844-10-15, † 1900-08-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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