Diese Münze, mit der

alle Welt bezahlt,

Ruhm –,

mit Handschuhen fasse ich diese Münze an,

mit Ekel trete ich sie unter mich.

 

Wer will bezahlt sein?

Die Käuflichen...

Wer feil steht, greift

mit fetten Händen

nach diesem Allerwelts-Blechklingklang Ruhm!

 

– Willst du sie kaufen?

Sie sind alle käuflich.

Aber biete viel!

klingle mit vollem Beutel!

– du stärkst sie sonst,

du stärkst sonst ihre Tugend...

 

Sie sind alle tugendhaft.

Ruhm und Tugend – das reimt sich.

So lange die Welt lebt,

zahlt sie Tugend-Geplapper

mit Ruhm-Geklapper –,

 

die Welt lebt von diesem Lärm...

 

Vor allen Tugendhaften

will ich schuldig sein,

 

schuldig heißen mit jeder großen Schuld!

Vor allen Ruhms-Schalltrichtern

wird mein Ehrgeiz zum Wurm –,

unter solchen gelüstets mich,

der Niedrigste zu sein...

 

Diese Münze, mit der

alle Welt bezahlt,

Ruhm –,

mit Handschuhen fasse ich diese Münze an,

mit Ekel trete ich sie unter mich.


Das Gedicht "Diese Münze" stammt von (* 1844-10-15, † 1900-08-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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