Den schwachen Flügel reizet der Äther nicht
Im Felsenneste fühlt sich der Adler schon
Voll seiner Urkraft, hebt den Fittich,
Senkt sich, und hebt sich, und trinkt die Sonne.

Du gabst, Natur, ihm Flug und den Sonnendurst!
Mir gabst du Feuer! Durst nach Unsterblichkeit!
Dies Toben in der Brust! Dies Staunen,
Welches durch jegliche Nerve zittert,

Wenn schon die Seelen werdender Lieder mir
Das Haupt umschweben, eh das nachahmende
Gewand der Sprache sie umfließet,
Ohne den geistigen Flug zu hemmen!

Du gabst mir Schwingen hoher Begeisterung!
Gefühl des Wahren, Liebe des Schönen, du!
Du lehrst mich neue Höhen finden,
Welche das Auge der Kunst nicht spähet!

Von dir geleitet, wird mir die Sternenbahn
Nicht hoch, und tief sein nicht der Oceanus,
Die Mitternacht nicht dunkel, blendend
Nicht des vertrauten Olymps Umstrahlung!


Das Gedicht "Genius" stammt von   (1750 - 1819).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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