Ehmals winktest du mir, Führer des schweigenden
Abends, Freuden herab, kurz, wie sie Sterblichen
Lächeln, farbigen Blasen
Ähnlich, hauchender Weste Spiel!

Zwar mir waren sie wert, wert, wie dem dürstenden
Weizenhalme der Tau! aber sie schwanden bald!
Selten blicket dein Auge
Nun, und trüber auf mich herab!

Hüllen Schleier dich ein? Oder entfließen dir
Thränen? Bist du, gleich mir, nagender Traurigkeit
Raub, ein Erbe des Jammers?
Deine strahlenden Brüder auch?

Ist das blaue Gewand leuchtender Sonnen voll,
Und mit Monden besä't, nur ein Gewebe von
Elend? Tönen die Sphären
Einen ewigen Klageton?

Oder bin ich allein elend? Du schweigest mir,
Unerbittlich auch du! dennoch ein Retter einst,
Wann den Abend du bringest,
Welchem folget kein Morgenrot!

6. Januar 1773.


Das Gedicht "An den Abendstern" stammt von   (1750 - 1819).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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