Was schläfst du, Bergsohn, liegest in Unmut, schief,

Und frierst am kahlen Ufer, Geduldiger!

Denkst nicht der Gnade du, wenns an den

Tischen die Himmlischen sonst gedürstet?

Kennst drunten du vom Vater die Boten nicht,

Nicht in der Kluft der Lüfte geschärfter Spiel?

Trifft nicht das Wort dich, das voll alten

Geists ein gewanderter Mann dir sendet?

Schon tönets aber ihm in der Brust. Tief quillts,

Wie damals, als hoch oben im Fels er schlief,

Ihm auf. Im Zorne reinigt aber

Sich der Gefesselte nun, nun eilt er,

Der Linkische; der spottet der Schlacken nun,

Und nimmt und bricht und wirft die Zerbrochenen

Zorntrunken, spielend, dort und da zum

Schauenden Ufer, und bei des Fremdlings

Besondrer Stimme stehen die Herden auf,

Es regen sich die Wälder, es hört tief Land

Den Stromgeist fern, und schaudernd regt im

Nabel der Erde der Geist sich wieder.

Der Frühling kömmt. Und jedes, in seiner Art,

Blüht. Der ist aber ferne; nicht mehr dabei.

Irr ging er nun; denn allzugut sind

Genien; himmlisch Gespräch ist sein nun.


Das Gedicht "Ganymed" stammt von   (1770 - 1843).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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