Blitzend

Ziehn die Sterne auf am Himmelsrand,

Spritzend

Senkt der Tau sich auf das durst′ge Land.

 

»Liebe!«

Singt der Knabe in die Nacht hinein.

»Liebe!«

Klingt es wieder aus dem Myrtenhain.

 

Säuselnd

Schleicht der Wind durch die gewürzte Luft

Kräuselnd

Jeden Blütenzweig voll Hauch und Duft.

 

»O Traum!«

Ruft der Knabe aus in süßem Schmerz.

»O Traum!«

Hallt′s zurück, als hätt′ die Nacht ein Herz.

 

Knabe

Glaubt entzückt, was Seel′ und Sinn ihm füllt,

Habe

Schmeichelnd sich in Luft und Duft gehüllt.

 

»Komm! Komm!«

Quillt es ihm aus heißer Brust hervor.

»Komm! Komm!«

Spielt es lind und weich ihm um das Ohr.

 

Seine

Seufzer gibt der Wald ihm treu zurück,

Keine

Himmlische Gestalt erscheint dem Blick.

 

»Nur Schall!«

Ruft er endlich, und er ruft nicht mehr.

»Nur Schall!«

Klingt es hinter dem Verstummten her.


Das Gedicht "Ein nächtliches Echo" stammt von   (1813 - 1863).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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