Im Frühlingsschatten fand ich sie;
da band ich sie mit Rosenbändern:
sie fühlt′ es nicht und schlummerte.
Ich sah sie an; mein Leben hing
mit diesem Blick an ihrem Leben;
ich fühlt′ es wohl und wußt′ es nicht.
Doch lispelt′ ich ihr sprachlos zu
und rauschte mit den Rosenbändern:
da wachte sie vom Schlummer auf.
Sie sah mich an; ihr Leben hing
mit diesem Blick an meinem Leben,
und um uns ward′s Elysium.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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