Ein Schäfer sah im Grünen,

Sein Liebchen saß im Arm,

Durch Buchenwipfel schienen

Der Sonne Strahlen warm.

Sie kosten froh und heiter

Den Glücklichen vorbei.

”Sitz ab und suche Kohle”,

Rief ihm der Schäfer zu.

”Des Mittags nahe Schwüle

Gebietet stille Ruh′.

Noch lacht im Morgenglanze

So Strauch als Blume hier,

Und Liebchen pflückt zum Kranze

Die schönsten Blumen dir.”

Da sprach der finstre Reiter:

”Nie hält mich Wald und Flur;

Mich treibt mein Schicksal weiter,

Und ach, mein erster Schwur.

Ich gab mein junges Leben

Dahin um schönen Sold,

Glück kann ich nicht erstreben

Nur höchstens Ruhm und Gold.

Drum schnell, mein Roß und trabe

Vorbei wo Blumen blüh′n,

Einst lohnt wohl Ruh im Grabe

Des Kämpfenden Bemühn.”


Das Gedicht "Der Schäfer und der Reiter" stammt von   (1777 - 1843).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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